GSB 7.0 Standardlösung

Studien zur elektromagnetischen Umweltverträglichkeit des Digitalfunks BOS

Auch einige andere europäische Staaten wie Belgien, die Niederlande und Großbritannien nutzen TETRA-Netze für ihre Sicherheitsbehörden und begleiten die Nutzung mit Forschungsstudien. Bei allen bislang durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchungen gibt es keinen Hinweis darauf, dass sich, bei Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen oder empfohlenen Grenzwerte, die Funkwellen im Digitalfunk BOS nachteilig auf die Gesundheit auswirken.

Ergänzend zu den vorhandenen wissenschaftlichen Arbeiten hatte die BDBOS vorsorglich drei Studien in Auftrag gegeben, die den Einfluss der TETRA-Endgeräte bei den Nutzer/-innen der BOS untersucht. Die Themen der Studien wurden vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfohlen, das auch die Koordinierung sowie die fachliche Begleitung übernommen hat.

Die erste Studie, die Probandenstudie, wurde von der Berliner Charité, Kompetenzzentrum Schlafmedizin, durchgeführt. Die Studie untersuchte mögliche Einflüsse einer Exposition mit TETRA-Funksignalen auf die Gehirnaktivität im Wachzustand und im Schlaf bei zwei unterschiedlichen maximalen spezifischen Absorptionsraten, so genannter SAR-Wert, (1,5 W/kg und 6 W/kg) im Vergleich zu einer Scheinexposition. Typisch bei der alltäglichen Nutzung des Digitalfunks BOS ist ein maximaler SAR-Wert von unter 2 W/kg. Mittels verschiedener Tests wurden Rückschlüsse auf die Reaktionsgeschwindigkeit und Genauigkeit, auf die akustische und visuelle Informationsverarbeitung sowie auf die Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnis und Befindlichkeit gezogen. Während bei der alltäglichen Nutzung des Digitalfunks BOS eine kurze Gesprächsdauer üblich ist, wurden die Probandinnen und Probanden bereits 30 Minuten vor Beginn und dann während der Testungen sowie während des gesamten Nachtschlafes kontinuierlich exponiert.
Die Ergebnisse zeigen kein von den Endgeräten des Digitalfunks BOS ausgehendes gesundheitliches Risiko auf.

Die zweite Studie, die SAR-Werte-Studie, hat das BfS durchgeführt. Die Studie untersuchte, inwiefern bei der Nutzung von TETRA-Endgeräten des BOS-Digitalfunknetzes Temperaturerhöhungen im Körper entstehen. Berücksichtigt wurden dabei Handfunkgeräte mit und ohne abgesetzter Mikrofon/Lautsprecher-Kombination als auch fahrzeuggebundene Endgeräte mit separaten Außenantennen. Unter besonderer Berücksichtigung des Auges, wurde der Bereich des Kopfes detailliert betrachtet.
Die Studie ermittelte sowohl die maximal möglichen als auch die durchschnittlich zu erwartenden SAR-Werte (spezifische Absorptionsrate als Maß für die Aufnahme elektromagnetischer Energie, die in Körperwärme umgewandelt wird) in verschiedenen Positionen. Darunter waren beispielsweise die Gürtel-, Brusttrageweise und Trageweisen in Kopfnähe, wie Telefonierhaltung und Frontposition des TETRA-Endgerätes. Berücksichtigung fanden auch unterschiedliche Betriebsszenarien und Einsatzsituationen. Darüber hinaus untersuchte die Studie die damit verbundenen möglichen lokalen Temperaturerhöhungen in bestimmten, besonders empfindlichen, Zielorganen.
Die Ergebnisse dieser Forschung zeigen, dass bei allen realistischen Nutzungen von TETRA-Endgeräten keine Überschreitungen der geltenden Grenzwerte vorlagen. Somit sind keine gesundheitlichen Auswirkungen für die Anwender/-innen des Digitalfunks BOS zu erwarten.

Die dritte TETRA-Forschungsstudie ist eine Literaturstudie zur Übertragbarkeit von Ergebnissen zwischen unterschiedlichen Frequenzbereichen. Dieses Vorhaben führte das BfS unter dem Titel „Bewertender Review zu der Frage der Übertragbarkeit von Ergebnissen aus benachbarten Frequenzbereichen und ähnlichen Technologien auf TETRA am Beispiel der Thermoregulation und deren Einflussfaktoren“ durch. Die Studie wurde 2016 abgeschlossen. Grundlagen für die Literaturstudie lieferten unter anderem Ergebnisse aus dem Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm.
Aus der Studie ergab sich eine ausführliche Literaturübersicht zu Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder in Abhängigkeit von Frequenz und Signalmodulation. Betrachtet wurde dabei der für Funktechnologien genutzte Frequenzbereich von ca. 100 MHz bis 2,6 GHz. Im Fokus stand zudem Fachliteratur zur Thermorezeption und Thermoregulation bei Mensch und Tier und zur Wärmeempfindlichkeit des gesamten menschlichen Körpers sowie einzelner Organe. Es wurde bestätigt, dass alle bisher wissenschaftlich nachgewiesenen Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder ausschließlich thermischer Natur sind.

Es zeigte sich, dass die verschiedenen, im Mobilfunk gebräuchlichen, Frequenzen ähnliche thermische Effekte aufweisen, gut miteinander vergleichbar sind und nach dem heutigen wissenschaftlichen Kenntnisstand keine gesundheitsrelevanten Auswirkungen haben.

Die detaillierten Beschreibungen der Forschungsstudien sowie die Informationen zu den Forschungsergebnissen finden Sie auch auf der BfS-Internetseite:
Bundesamt für Strahlenschutz - Studien zu TETRA

Für fachspezifische Fragen rund um die Standortakquise und den Aufbau des BOS-Digitalfunknetzes stehen die Fachleute der Autorisierten Stellen aus den jeweiligen Ländern als Ansprechstellen zur Verfügung. Beim Neubau von Masten werden die Kommunen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben in den Prozess der Standorterrichtung eingebunden.

Weitere Informationen zu Fragen der elektromagnetischen Umweltverträglichkeit des Digitalfunks BOS sind auf den Internetseiten des BfS zusammengefasst:
Bundesamt für Strahlenschutz - Gesundheitliche Auswirkungen von TETRA

Zusatzinformationen

Filmbeitrag: Forschungen zu TETRA-Funksignalen

Motivationen, Hintergründe für die Beauftragung weiterer Forschungsstudien sowie Erläuterungen zu den Studienergebnissen finden Sie im folgendem Filmbericht.