GSB 7.0 Standardlösung

Dienste

Zu den Aufgaben der BDBOS gehört es, die bundesweite Einheitlichkeit des BOS-Digitalfunknetzes durch die Vorgabe von Standards zu realisieren.

Die verfügbaren Dienste bilden das Leistungsspektrum des Digitalfunks BOS für die Nutzer-/innen ab. Funktionen des Funknetzes werden über die entsprechenden Schnittstellen, wie Antennen oder die Anbindung von Leitstellen, zur Verfügung gestellt. Diese Dienste stellen die Basis für die Nutzung des BOS-Digitalfunknetzes dar. Sie werden nach den Anforderungen der Einsatzorganisationen weiterentwickelt und um neue Leistungsmerkmale ergänzt.


Die nachstehenden Basisdienste führte die Bundesanstalt Ende 2014 bundesweit einheitlich ein. Über die Nutzung eines Dienstes entscheiden Bund und Länder selbst.

Gruppenkommunikation:

Mit dem Gruppenruf können Funksprüche innerhalb einer Rufgruppe zwischen den Gruppenteilnehmern ausgetauscht werden. Die Übertragung der Sprache erfolgt dabei im Wechselbetrieb. Während ein Teilnehmer durch Drücken der Push-to-Talk-Taste (PTT) das Recht zu sprechen zugewiesen bekommt, können alle anderen Gruppenteilnehmer nur hören. Die Gruppenkommunikation kann pro Gruppe bundesweit oder innerhalb einer geographisch begrenzten Zone verwendet werden. Eine Einsatzkraft kann gleichzeitig mehreren Gruppen angehören. Die Gruppenkommunikation erfolgt Ende-zu-Ende verschlüsselt.

Notruf:

Der Notruf basiert auf dem Dienst Gruppenkommunikation. Durch Betätigung einer Notruftaste am Funkendgerät, wird mit dieser Funktion ein bevorrechtigter Gruppenruf aufgebaut. Diese besondere Bevorrechtigung, die sogenannte Notrufpriorität, sorgt in einer stark belasteten Funkzelle für einen besonders schnellen Rufaufbau. Das BOS-Digitalfunknetz ist so konfiguriert, dass der Notruf immer die Leitstelle erreicht, die für die notrufende Person örtlich zuständig ist. Beim Absetzen des Notrufs erfolgt zudem eine automatische Übermittlung der GPS-Position des Absenders.

Alarmierung:

Im Digitalfunk BOS ist die aktive Alarmierung als bundesweit verfügbarer Dienst abrufbar. Die Alarmierung dient dem Zusammenrufen von BOS-Einsatzkräften durch die Leitstelle, nachdem bei dieser ein Notruf eingegangen ist. Die Einsatzkräfte erhalten dabei eine kurze Textnachricht oder eine numerische Kennung auf ihr Endgerät. Die Benachrichtigung kann sowohl an einzelne Alarmempfänger, als auch an eine Empfängergruppe verschickt werden. Ein aktiver Alarmempfänger kann wahlweise eine Bestätigung für den Empfang der Nachricht oder eine Rückmeldung von der Einsatzkraft an die Leitstelle zurücksenden.

Kurzdatendienst:

Der Dienst umfasst die Versendung von taktischen Statusnachrichten (Status) und Kurzdatennachrichten (SDS). Diese können sowohl teilnehmerindividuell als auch gruppenadressiert an die Einsatzkräfte versendet werden.
Eine Statusnachricht besteht aus einer fünfstelligen Zahl, für die in den Endgeräten ein Statustext hinterlegt ist. Mit Empfang der Statusnachricht wird der entsprechende Statustext angezeigt.
Eine Kurzdatennachricht kann verschiedene Dateninhalte transportieren. So können z.B. Textnachrichten, Positionsdaten oder Alarmierungsnachrichten übertragen werden. Die Übertragung erfolgt Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Längere Text- oder Alarmierungsnachrichten können aufgeteilt auf mehrere Einzelnachrichten versendet werden. Im Endgerät des Empfängers werden sie wieder zu einer Nachricht zusammengesetzt.

GPS-basierte Fahrzeug- und Personenortung:

Der GPS-Dienst ermöglicht es Funkendgeräten, ihre Position zeit- oder distanzinitiiert zu übermitteln. Bei Notrufen werden diese Ortsberichte zudem automatisch und entsprechend den Vorgaben versendet.

Verschlüsselung:

Ein wesentlicher Vorzug des Digitalfunks BOS ist die Abhörsicherheit. Der TETRA-Standard beinhaltet als Sicherheitsfunktion bereits eine Luftschnittstellenverschlüsselung. Diese schützt den Übertragungsabschnitt zwischen mobilem Endgerät und Basisstation. Sie gewährleistet jedoch keinen Schutz für die dahinter liegende Netzinfrastruktur. Aus diesem Grund wird der Funkverkehr beim Digitalfunk BOS durch den Einsatz einer sogenannten „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ zusätzlich geschützt. Diese Technik stellt die Verschlüsselung des Funkverkehrs von einem Endgerät über die gesamte Netzinfrastruktur hinweg zum nächsten Endgerät sicher.
Die „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ stellt sicher, dass der Informationsaustausch zwischen den miteinander kommunizierenden Personen im Digitalfunk BOS von Endgerät zu Endgerät verschlüsselt stattfindet. Dadurch wird sowohl das Abhören des Funkverkehrs, als auch die Manipulation von Daten durch Dritte verhindert. Im Digitalfunk werden dazu Verschlüsselungscodes und Algorithmen verwendet, welche auf einer teilnehmerindividuellen Chipkarte, der sogenannten BSI-Sicherheitskarte, im Endgerät hinterlegt sind.

Die Dienste können über das Nutzereigene Management (NEM) verwaltet und über das Netzmonitoring überwacht werden. Das NEM steht den Bedarfsträgern bundesweit als einheitliches Werkzeug zur teilnehmer-, endgeräte- und dienstebezogenen Verwaltung zur Verfügung.

Für weiterführende Informationen zu den Diensten im Digitalfunk BOS stehen die Autorisierten Stellen in den Ländern und beim Bund zur Verfügung.