GSB 7.0 Standardlösung

Objektversorgung

Eine stabile und hochverfügbare Funkverbindung ist für die Einsatzkräfte der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) unerlässlich. Dabei ist die Verfügbarkeit des Digitalfunks BOS nicht nur im Freifeld, sondern auch innerhalb von Gebäuden erforderlich.

Hinweise Objektfunkversorgung

Insbesondere öffentliche Gebäude, Versammlungs- und Sportstätten, Einkaufszentren, Tunnelanlagen oder Hochhäuser können zu anspruchsvollen Einsatzorten werden, bei denen viele Einsatzkräfte gleichzeitig miteinander kommunizieren müssen.

Über 99 Prozent der Fläche Deutschlands sind mit dem Digitalfunk BOS abgedeckt. Die Freifeldversorgung des Digitalfunks BOS versorgt viele Gebäude automatisch mit. Es gibt jedoch Bauwerke, die so beschaffen sind, dass sie nicht von den Funkwellen des Digitalfunks BOS oder der kommerziellen Mobilfunknetze durchdrungen werden. Dies ist abhängig von den verwendeten Baustoffen und Bauteilen. Insbesondere moderne Bauwerke zeichnen sich durch eine massive Stahlbetonbauweise, metallbedampfte Verglasung oder durch vorgehängte Fassadenelemente aus Metall (bspw. Aluminium) aus. In solchen Gebäuden sind entsprechende Objektfunkanlagen erforderlich, um die Versorgung mit dem Digitalfunk BOS sicherzustellen. Die Errichtung und der ordnungsgemäße Betrieb dieser Anlagen liegen in der Verantwortung der Gebäudeeigentümer oder -betreiber. Neubauten werden auf Grundlage des jeweiligen Landesbaurechts mit digitaler Funktechnik ausgestattet. Für die Umrüstung von analogen Bestandsanlagen gibt es dagegen derzeit in den Ländern unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen.

Wer ist für die Objektversorgungsanlagen verantwortlich?

Für die Planung, Errichtung und den Betrieb einer Objektfunkanlage sind die Bauherren bzw. Objekteigentümer verantwortlich. Im Rahmen eines Baugenehmigungsverfahrens oder aufgrund anderer öffentlich-rechtlicher Vorschriften können sie zur Errichtung oder Umrüstung einer Objektfunkanlage verpflichtet werden. Bei der Festlegung, welche Anforderungen an die Objektfunkanlage zu stellen sind, berücksichtigen die örtlichen Brandschutzbehörden verschiedene Aspekte. Dazu zählen die anzunehmenden Einsatzszenarien, die benötigten Kapazitäten und die abzudeckende Fläche. Das Spektrum der Objektfunklösungen reicht hierbei von einfachen netzunabhängigen Anlagen (DMO), über per Luftschnittstelle oder Kabel an das Netz angebundene Repeateranlagen bis hin zu eigenen Objektversorgungs-Basisstationen (TMO).

Polizisten vor dem Olympiastadion Quelle: BDBOS/Wilke

Die BDBOS selbst ist für die Anbindung der jeweiligen Anlage an das Netz verantwortlich und entscheidet letztlich über Ab- bzw. Inbetriebnahme der errichteten Objektfunkanlage. Als Frequenzinhaberin und Betreiberin des BOS-Digitalfunknetzes ist sie darüber hinaus gegenüber der Bundesnetzagentur für den störungsfreien Betrieb des Netzes verantwortlich.

Wie und wo werden Objektversorgungsanlagen angemeldet?

Die BDBOS hat alle notwendigen Voraussetzungen für die Errichtung oder Umrüstung von Objektfunkanlagen geschaffen. Ein Leitfaden zur Objektversorgung beschreibt die technischen Standards von Objektfunkanlagen und stellt den Errichtungsprozess in Zusammenarbeit zwischen den Objekteigentümern, Planern bzw. Errichtern der Anlagen, der im Land zuständigen Autorisierten Stelle, der fordernden BOS, der BDBOS und der Bundesnetzagentur dar.

Mit Bekanntwerden der Verpflichtung, eine digitale Gebäudefunkversorgung zu errichten, ist zeitnah die zuständige Stelle für die Objektversorgung des jeweiligen Landes zu beteiligen. Auf diese Weise kann das Anzeigeverfahren umgehend gestartet und ohne Verzögerung bearbeitet werden. Die für das Verfahren notwendigen Unterlagen und Formulare stehen am Ende dieses Artikels zum Download zur Verfügung.

Hinweise für die Einreichung des BDBOS-Anzeigeformulars:

Liegt eine Verpflichtung zur Errichtung einer digitalen Objektversorgung für Ihr Objekt/Bauprojekt vor, bitten wir Sie, zeitnah Kontakt mit der zuständigen Beratungsstelle für Objektversorgung in Ihrem Bundesland aufzunehmen, um die Einzelheiten der Errichtung zu besprechen.

Die beauftragte Fachplaner- oder Errichterfirma muss Ihr Projekt frühestmöglich bei der BOS mit Hilfe des Anzeigeformulars einreichen. Nur so kann der Beantragungsprozess von der BDBOS und den weiteren Behörden bearbeitet werden.

Das Anzeigeformular muss einschließlich eines Grobkonzepts vor Baubeginn der Objektfunkanlage bei der Autorisierten Stelle vorliegen. Für die Inbetriebnahme einer Objektfunkanlage beantragt die BDBOS die Frequenznutzung bei der Bundesnetzagentur.

Eine Inbetriebnahme ohne vorliegende BDBOS-Inbetriebnahmebestätigung (P.9 des Anzeigeformulars) ist unzulässig.