GSB 7.0 Standardlösung

Objektversorgung

Für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), wie Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst, ist es aus einsatztaktischen Gründen erforderlich, in bestimmten Gebäuden und Bauwerken (Objekte) eine ausreichende Funkversorgung zu garantieren.

Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn von diesen Objekten eine besondere Brand- oder Explosionsgefahr ausgeht, durch die im Schadensfall eine größere Anzahl von Menschen oder erhebliche Sachwerte gefährdet sind. Genauso wichtig ist es in Gebäuden, in denen zur Gewährleistung der Sicherheit bzw. der Ordnung der Besucher/-innen eine Anwesenheit der Polizei oder der Feuerwehr und Rettungsdienste erforderlich ist.

Die meisten Gebäude werden bereits durch das Freifeld des BOS-Digitalfunknetzes versorgt. Es gibt jedoch Bauwerke, deren Beschaffenheit eine zusätzliche Funkversorgung notwendig macht. So zum Beispiel Tunnelsysteme oder Gebäude, in denen abschirmender Stahlbeton oder metallbedampfte Fenster verbaut sind. Um auch hier die Kommunikation zu gewährleisten, müssen diese Gebäude, wie auch bei kommerziellen Mobilfunknetzen, mit einer Objektfunkanlage ausgestattet werden.

Wo Objekte über keine eigene Funkversorgung verfügen, besteht für die Einsatzkräfte mit dem Digitalfunk BOS grundsätzlich die Möglichkeit, im netzunabhängigen DMO-Betrieb (Direct Mode Operation) zu kommunizieren. Durch den Einsatz von DMO-Repeatern kann die Reichweite von Endgeräten im DMO-Betrieb erhöht werden. Eine zusätzliche Möglichkeit ergibt sich aus der Gateway-Funktion der Fahrzeugfunkgeräte. Befindet sich ein Handfunkgerät in Reichweite eines Gateways, kann das BOS-Digitalfunknetz hierüber auch aus dem DMO-Betrieb heraus erreicht werden.

Wer ist für die Objektversorgungsanlagen verantwortlich?

Für die Planung, Errichtung und den Betrieb einer Objektfunkanlage ist der/die Bauherr/-in bzw. Betreiber/-in verantwortlich. Im Rahmen eines Baugenehmigungsverfahrens oder aufgrund anderer öffentlich-rechtlicher Vorschriften können sie zur Errichtung oder Umrüstung einer Objektfunkanlage verpflichtet werden. Die Ausgestaltung der Objektversorgung und die Art der ggf. notwendigen Anbindung an das BOS-Digitalfunknetz richten sich grundsätzlich nach den Vorgaben der BOS.

Eine fertiggestellte Objektfunkanlage wird in einer Funktionsprüfung auf ihre Wirksamkeit und Betriebssicherheit getestet. Darüber hinaus ist im Rahmen eines Anzeigeverfahrens gegenüber der BDBOS bei der Anbindung einer Objektfunkanlage an das BOS-Digitalfunknetz nachzuweisen, dass von der Objektfunkanlage keine störenden Rückwirkungen auf das Freifeld ausgehen. Neben den Vorgaben der BDBOS erfolgt eine technische Beratung und Unterstützung durch die Autorisierten Stellen der Länder und des Bundes.

Die BDBOS hat alle notwendigen Voraussetzungen für die Errichtung oder Umrüstung von Objektfunkanlagen geschaffen. Hierfür wurde unter anderem ein Leitfaden zur Objektversorgung erarbeitet. Dieser beschreibt die technischen Standards von Gebäudefunkanlagen und stellt den Errichtungsprozess in Zusammenarbeit zwischen Objekteigentümer/-in, Planer/-in bzw. Errichter/-in, den zuständigen Landesstellen, der fordernden BOS, der BDBOS und der Bundesnetzagentur dar.

Die BDBOS selbst ist für die Anbindung der Anlage an das Netz verantwortlich und entscheidet letztendlich über Ab- bzw. Inbetriebnahme der errichteten Gebäudefunkanlage. Als Frequenzinhaberin und Betreiberin des Netzes ist sie darüber hinaus gegenüber der Bundesnetzagentur für den störungsfreien Betrieb der Anlage im Netz verantwortlich.

Wie ist der Sachstand in der Realisierung der Objektversorgung?

Bisher konnten bereits über 1.300 Objektversorgungen realisiert werden. Das Spektrum reicht hierbei von einfachen netzunabhängigen Anlagen, über per Luftschnittstelle oder Kabel an das Netz angebundene Repeateranlagen in Verwaltungsgebäuden, Hotelbauten und Einkaufszentren bis hin zu eigenen Objektversorgungs-Basisstationen.

Viele weitere Projekte befinden sich bereits in der Planung. Im besonderen Fokus stehen dabei öffentliche Gebäude und Anlagen, wie Stadien, Veranstaltungs- und Einkaufszentren, Messeanlagen, Flughäfen, Tunnelanlagen und Bahnhöfe.