GSB 7.0 Standardlösung

Fragen und Antworten zum Digitalfunk

Im Folgenden haben wir Antworten auf häufig gestellt Fragen zum Digitalfunk für Sie zusammengestellt.

Technik und Netzarchitektur

Auf welchem Mobilfunk-Standard basiert der Digitalfunk BOS?

Die Systemtechnik des Digitalfunks BOS basiert auf dem TETRA-Mobilfunkstandard. „TETRA Terrestrial Trunked Radio“ (TETRA) bezeichnet den vom European Telecommunications Standards Institute (ETSI) entwickelten Systemstandard für ein digitales Bündelfunksystem.

Auf welchen Frequenzen wird im Digitalfunk BOS gefunkt?

Für den Digitalfunk BOS stehen spezielle Frequenzbänder für den Netzmodus (Trunked Mode Operation) und den Direktmodus (Direct Mode Operation) zur Verfügung. Im Oberband bzw. Downlink, das ist die Frequenz, auf der die Basisstation sendet, sind das derzeit 390-395 MHz. Im Unterband bzw. Uplink, also der Frequenz, auf der die Endgeräte senden, sind es 380-385 MHz. Der überwiegende Teil der DMO Frequenzen liegt jedoch im Frequenzband 406,1- 410 MHz.

Wie groß ist das BOS-Digitalfunknetz?

Mit Stand März 2017 umfasst das Digitalfunknetz 4539 Basisstationen im Bundesgebiet. Damit sind über 99 Prozent der Fläche Deutschlands funkversorgt.

Das Kernnetz umfasst 62 Vermittlungsstellen, zwei Notfallvermittlungsstellen, vier Transitvermittlungsstellen sowie die beiden Netzverwaltungszentren, die für die Überwachung und die Steuerung des BOS-Digitalfunknetzes zuständig sind.

In allen Ländern nutzen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben den Digitalfunk BOS im täglichen Einsatz. Mit Stand März 2017 waren bereits über 709.000 Teilnehmer/-innen im BOS-Digitalfunknetz registriert. Monatlich setzen die Nutzer/-innen fast 45 Millionen Funksprüche ab.

Wie funktioniert ein Funkgespräch?

Das BOS-Digitalfunknetz setzt sich – wie alle zellularen Funknetze – aus einzelnen Funkzellen zusammen. Innerhalb einer Funkzelle befindet sich eine Sende- und Empfangsanlage, die so genannte Basisstation. Diese verarbeitet die ein- und ausgehenden Gespräche bzw. die Datenübertragungen innerhalb der jeweiligen Funkzelle.

Wird ein BOS-Sprechfunkgerät eingeschaltet, so stellt es eine Verbindung zu einer geeigneten Basisstation des BOS-Digitalfunknetzes her. Für ein Funkgespräch werden – ebenso wie bei der Übermittlung von Daten – die Informationen durch Funkwellen vom Endgerät zur Basisstation geleitet und von dort mittels eines Kabels oder per Richtfunk weiter zu einer Vermittlungsstelle. Über die Vermittlungsstelle gelangt die weitergeleitete Nachricht wieder über eine Basisstation zum Endgerät des Empfängers/der Empfängerin.

Ausnahme hierzu ist nur der so genannte Direktbetrieb (DMO).Hier wird die Information direkt von einem Endgerät zum anderen gesendet, ohne dass auf eine Netzinfrastruktur bei der Übertragung zurückgegriffen wird. Beim Direktbetrieb besteht allerdings eine deutlich begrenzte Reichweite der Informationsübertragung.

Welche Unterschiede bestehen im Vergleich zum Mobilfunk?

Anders als die kommerziellen Mobilfunknetze ist das BOS-Digitalfunknetz auf die speziellen Anforderungen der BOS zugeschnitten. Hier ist in erster Linie die Gruppenkommunikation zu nennen. Im Gegensatz zum Mobilfunk, über welchen in der Regel Einzelgespräche geführt werden, hören im Digitalfunk BOS alle in der jeweiligen Gruppe befindlichen Einsatzkräfte die Funksprüche gleichzeitig und können jeweils in das Gespräch eintreten.

Darüber hinaus stellt die Abhörsicherheit einen weiteren, besonderen Vorzug des Digitalfunks BOS dar. Die Abhörsicherheit wird sowohl durch eine Luftschnittstellenverschlüsselung als auch durch eine zusätzliche „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ realisiert. Die Kommunikation ist auf der gesamten Strecke vom sendenden Endgerät über das Netz bis zum Endgerät, das den Funkspruch empfängt, verschlüsselt. Hierdurch wird der Funkverkehr vor dem Abhören durch Unbefugte oder der Manipulation durch Dritte besonders geschützt.

Zusätzlich verfügen die Funkendgeräte des Digitalfunks BOS über die Fähigkeit zur netzunabhängigen Funkverbindung von Endgerät zu Endgerät. Dieser sogenannte Direktmodus (DMO) ist vergleichbar mit einer „Walkie-Talkie“-Funktion.

Im Vergleich zu den kommerziellen Mobilfunknetzen zeichnet sich der Digitalfunk BOS durch eine höhere Verfügbarkeit aus. Diese wird durch die spezifische Netzarchitektur gewährleistet:

  • Alle Basisstationen sind ringförmig an die Vermittlungsstellen angeschlossen
  • Die Vermittlungsstellen sind redundant an die Transit-Vermittlungsstellen angebunden.

Selbst wenn einmal beide Anbindungen der Basisstation an die Vermittlungsstelle unterbrochen sein sollten, so kann diese im sogenannten Rückfallbetrieb weiterhin den Funkverkehr im direkten Umkreis (innerhalb der Funkzelle) sicherstellen.

Der Digitalfunk BOS gewährleistet, unabhängig von den kommerziellen Mobilfunknetzen, eine verlässliche Kommunikation ausschließlich für die Einsatzkräfte der BOS. Die Eigenständigkeit des BOS-Digitalfunknetzes stellt sicher, dass bei einem besonders hohen Gesprächsaufkommen eine verlässliche Kommunikation der Einsatzkräfte gewährleistet bleibt. Dies ist insbesondere bei Großschadenslagen, Extremwetterereignissen oder Massenveranstaltungen von großer Bedeutung.

Wann ist die Migration vom Analogfunk zum Digitalfunk BOS abgeschlossen?

Die Ablösung des analogen BOS-Sprechfunks durch den Digitalfunk BOS ist ein Prozess, der sukzessive fortschreitet. Das BOS-Digitalfunknetz steht deutschlandweit zur Verfügung. Dennoch werden auch weiterhin noch BOS, insbesondere kommunale Feuerwehren, sukzessive durch die Ausgabe von Endgeräten in das BOS-Digitalfunknetz integriert. Die Länder entscheiden mit dem Abschluss der jeweiligen Migration über die Abschaltung des lokalen, analogen BOS-Funks.

Wie entwickelt sich der Digitalfunk BOS weiter?

Die technologische Entwicklung schreitet stetig voran, dies gilt in anderen Technologiefeldern genauso wie im Digitalfunk BOS. Daher arbeiten Bund, Länder und BDBOS gemeinsam an der stetigen Weiterentwicklung des Digitalfunks BOS. Dies umfasst sowohl die Einführung von neuen Instrumenten für den Betrieb, als auch die Realisierung von neuen Diensten und Funktionalitäten.

Der Digitalfunk BOS im Betrieb

Wer betreibt den Digitalfunk BOS?

Der Betrieb des BOS-Digitalfunknetzes erfolgt in enger Zusammenarbeit von Bund, Ländern und BDBOS. Die BDBOS nimmt hierbei die Gesamtverantwortung und -koordination für den Betrieb wahr. Weiterhin gehört es zu den Aufgaben der BDBOS, die bundesweite Einheitlichkeit des Netzes sicherzustellen und hierzu die verschiedenen Dienste des Digitalfunks BOS bundesweit technisch einheitlich einzuführen und weiterzuentwickeln.

Wesentliche Bestandteile der Gesamtbetriebsorganisation des Digitalfunks BOS sind die Autorisierten Stellen (AS) des Bundes und der Länder. Diese sind für ihren regionalen und nutzerbezogenen Verantwortungsbereich für alle betrieblichen Themen die zentralen Ansprechstellen. Dabei liegt insbesondere die betriebliche Verantwortung für die Nutzer/-innen stets bei der regional zuständigen AS.

An wen wenden sich die Nutzer/-innen bei Fragen zum Digitalfunk BOS?

Der Bund sowie jedes Land verfügen über eine Autorisierte Stelle (AS), an die sich die Nutzer/-innen mit sämtlichen, den Digitalfunk BOS betreffenden, Angelegenheiten wenden können. Hierzu zählen beispielsweise folgende Bereiche:

  • Nutzerservice/Anwenderbetreuung und -unterstützung
  • Zuweisung/Koordinierung von Kommunikationsgruppen sowohl im TMO- als auch im DMO-Betrieb
  • Echtzeitmonitoring zur lagebezogenen Einschätzung der Funknetzauslastung
  • Koordination von temporären Netzerweiterungen sowie der Einsatz mobiler Basisstationen
  • das Nutzereigene Management
  • Mitwirkung bei der Netzoptimierung
  • Endgerätebeschaffung
  • zentrale Verantwortung für die Endgeräte und für die Personalisierung, Ausgabe, Verwendung und Verwaltung von BOS-Sicherheitskarten sowie Nutzung des Digitalfunknetzes für technische Dienstleister
  • logistische Fragen zu Funknetzstandorten des Digitalfunks BOS

Darüber hinaus stehen die Autorisierten Stellen bei der Planung und Durchführung besonderer Einsatzlagen mit den jeweiligen Einsatzleitungen in engem Kontakt. In Zusammenarbeit mit den Einsatzleitungen können sie bei Problemen erste Maßnahmen zur Lösung erstellen und umsetzen. Dies bezieht sich auch auf BOS-übergreifende Kooperationen in gleichen Einsatzräumen, beispielsweise zwischen Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und THW.

Bei länderübergreifenden Einsätzen stimmen sich die AS der jeweiligen Länder und gegebenenfalls des Bundes untereinander ab. Erste Ansprechstelle für die Teilnehmenden ist dann die für den Einsatzraum regional zuständige AS.

Können Endgeräte oder Nutzer/-innen vom Betrieb ausgeschlossen werden?

Ein bestimmtes Endgerät oder einzelne Teilnehmer/-innen des Digitalfunks BOS können temporär oder sogar dauerhaft vom Betrieb ausgeschlossen werden. Dies erfolgt über das System zur Administration der Nutzerrechte, dem Nutzereigenen Managements (NeM). Technisch wird dies über die Identifikationsnummer umgesetzt, die jedem Gerät zugeordnet ist. Der Ausschluss eines bestimmten Endgerätes kann beispielsweise dann notwendig werden, wenn das Gerät verloren gegangen ist, gestohlen wurde oder eine missbräuchliche Nutzung nachweisbar ist.

Weitere Informationen zum Nutzereigenen Management sind unter dem Kapitel „Nutzereigenes Management“ zu finden.

Welche Erfahrungen gibt es mit dem Digitalfunk BOS bei besonderen Einsatzlagen?

Großangelegte Einsätze stellen nicht nur für die Einsatzkräfte, sondern auch für das BOS-Digitalfunknetz eine Herausforderung dar. Schließlich greifen hier viele Nutzer/-innen zeitgleich auf eine Funkzelle zu. Das BOS-Digitalfunknetz ist für die Nutzung einer großen Zahl von Einsatzkräften ausgelegt, es verfügt jedoch nicht über unbegrenzte Kapazitäten.

Die Durchführung von besonderen Einsatzlagen muss daher mit Blick auf die Sicherstellung der verfügbaren Ressourcen umsichtig geplant werden. Aus diesem Grund bespricht und plant die zuständige Autorisierte Stelle (AS) gemeinsam mit der Einsatzleitung im Vorfeld den Einsatz, den Einsatzraum und die Anzahl der Einsatzkräfte. Daraus können verschiedene Vorkehrungen und Maßnahmen abgeleitet werden, wie zum Beispiel die Festlegung der notwendigen TMO- und DMO-Rufgruppen auf Grundlage der Anzahl der Einsatzkräfte.

Weiterhin werden den Einsatzkräften im Vorfeld Handlungsanweisungen zur Verfügung gestellt. Diese enthalten, unter anderem, einsatzspezifische Vorgaben zur Nutzung der verschiedenen Dienste, wie Kurzdaten (SDS) oder Statusmeldungen. Zudem geben sie Hinweise zur Begrenzung der Kommunikation auf das notwendige Maß. Beispielsweise kann der Funkbetrieb mit der Heimatrufgruppe untersagt werden, da dies unnötige Netzressourcen im Einsatzraum belegt. Die AS wird über die Vorbereitung hinaus bei der Begleitung und Auswertung von Einsatzlagen durch die BDBOS unterstützt.

Bei herausragenden Einsatzlagen haben sich das Leistungsspektrum und die betrieblichen Prozesse des Digitalfunks BOS mehrfach bewährt. So etwa anlässlich von Staatsbesuchen oder internationalen Treffen, wie dem G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im bayerischen Elmau im Juni 2015 oder dem Treffen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Hamburg im Dezember 2016. Bei Lagen dieser Größenordnung sind problemlos zeitgleich bis zu 7.500 Endgeräte in einer Funkzelle im Einsatz.

Die bei einer Großlage gewonnenen Daten und Verfahrensregeln werden in Prüf- und Ansprechpartnerlisten sowie Erfahrungsberichten festgehalten und bieten eine wichtige Basis für künftige, und auch ad-hoc eintretende, Einsatzlagen. Darüber hinaus wird mit Hilfe des Notfallmanagements fortlaufend auch weiteren möglichen Risiken für das BOS-Digitalfunknetz begegnet.

Was gibt es bei der Nutzung des Digitalfunks BOS in besonderen Einsatzlagen zu beachten?

Um die volle Funktionalität des Digitalfunks BOS bei Einsatzlagen mit einer großen Anzahl an beteiligten Endgeräten sicherzustellen, hat sich die Festlegung bestimmter Nutzungsvorgaben für die eingesetzten Kräfte bewährt. Diese enthalten Informationen, in welcher Art die Dienste des Digitalfunks BOS ressourcenschonend genutzt werden können.

So sollten die Endgeräte schon vor Erreichen des Einsatzortes eingeschaltet und nicht benötigte Endgeräte, insbesondere bei Transporten und Verlegung von Kräften, ausgeschaltet werden. Die Kommunikation erfolgt, möglichst ausschließlich, über den Gruppenruf. Er ist effizient und ressourcenschonend. Dabei sollte ausschließlich die für den Einsatz zugewiesene Rufgruppe genutzt und gehört werden. Der Direktmodus (DMO) sowie die Repeater- und Gateway-Funktion ist nur in Abstimmung mit dem oder der einsatzführenden Stelle zu verwenden.

Auch unter Berücksichtigung dieser und weiterer Hinweise können bei herausragenden Einsatzlagen zeitweise alle Sprachkanäle zeitgleich belegt sein. Dann wird am Funkgerät der so genannte „Warteschlangenbetrieb“ signalisiert. Das Signal variiert je nach Gerätetyp. Der Ruf baut sich nach Freiwerden eines Sprachkanals direkt automatisch auf. Dafür ist je nach Funkgerätetyp und gewählter Einstellung entweder die Sprechtaste weiterhin gedrückt zu halten oder nach einmaligem Drücken einfach abzuwarten. Mehrmaliges Drücken der Sprechtaste beschleunigt den Rufaufbau nicht, sondern führt zu längeren Wartezeiten.

Was ist Objektversorgung und wer ist dafür verantwortlich?

Die meisten Gebäude werden bereits durch das Freifeld des BOS-Digitalfunksnetzes mit versorgt. Es gibt jedoch auch Bauwerke, deren Beschaffenheit eine zusätzliche Funkversorgung notwendig macht. So zum Beispiel Tunnelsysteme oder Gebäude mit abschirmendem Stahlbeton oder metallbedampften Fenstern. Um auch hier die Kommunikation zu gewährleisten, müssen diese Gebäude, ebenso wie auch bei kommerziellen Mobilfunknetzen, mit einer Objektfunkanlage ausgestattet werden.

Wo Objekte über keine eigene Funkversorgung verfügen, besteht für die Einsatzkräfte mit dem Digitalfunk BOS jedoch grundsätzlich die Möglichkeit, im netzunabhängigen DMO-Betrieb (Direct Mode Operation) zu kommunizieren. Durch den Einsatz von DMO-Repeatern kann die Reichweite von Endgeräten im DMO-Betrieb erhöht werden. Eine zusätzliche Möglichkeit ergibt sich aus der Gateway-Funktion der Fahrzeugfunkgeräte. Befindet sich ein Handfunkgerät in Reichweite eines Gateways, kann das BOS-Digitalfunknetz hierüber auch aus dem DMO-Betrieb heraus erreicht werden.

Für die Planung, Errichtung und den Betrieb einer Objektfunkanlage ist der/die Bauherr/-in bzw. Betreiber/-in verantwortlich. Im Rahmen eines Baugenehmigungsverfahrens oder aufgrund anderer öffentlich-rechtlicher Vorschriften kann ein/e Bauherr/-in bzw. Betreiber/-in einer baulichen Anlage zur Errichtung oder Umrüstung einer Objektfunkanlage verpflichtet werden. Die Ausgestaltung der Objektversorgung und die Art der ggf. notwendigen Anbindung an das BOS-Digitalfunknetz richten sich grundsätzlich nach den Vorgaben der BOS.

Eine fertiggestellte Objektfunkanlage wird in einer Funktionsprüfung auf ihre Wirksamkeit und Betriebssicherheit getestet. Darüber hinaus ist im Rahmen eines Anzeigeverfahrens gegenüber der BDBOS bei der Anbindung einer Objektfunkanlage an das BOS-Digitalfunknetz nachzuweisen, dass von der Objektfunkanlage keine störenden Rückwirkungen auf das Freifeld ausgehen. Neben den Vorgaben der BDBOS erfolgt eine technische Beratung und Unterstützung durch die Autorisierten Stellen der Länder und des Bundes.

Die BDBOS hat alle notwendigen Voraussetzungen geschaffen, dass Gebäudeeigentümer/-innen oder Betreiber/-innen ihre Objektfunkanlagen errichten bzw. umrüsten können. Hierfür wurde unter anderem ein Leitfaden zur Objektversorgung erarbeitet, der die Planung, Errichtung und Beschaffung digitaler Objektfunkanlagen unterstützt.

Sicherheit des Digitalfunks BOS

Wie wird die Abhörsicherheit gewährleistet?

Ein wesentlicher Vorzug des Digitalfunks BOS ist die Abhörsicherheit. Der TETRA-Standard beinhaltet als Sicherheitsfunktion bereits eine Luftschnittstellenverschlüsselung. Diese schützt den Übertragungsabschnitt zwischen mobilem Endgerät und Basisstation. Sie gewährleistet jedoch keinen Schutz für die dahinter liegende Netzinfrastruktur. Aus diesem Grund wird der Funkverkehr beim Digitalfunk BOS durch den Einsatz einer sogenannten „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ zusätzlich geschützt. Diese Technik stellt die Verschlüsselung des Funkverkehrs von einem Endgerät über die gesamte Netzinfrastruktur hinweg zum nächsten Endgerät sicher.

Was ist eine „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ und wie wird sie umgesetzt?

Die „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ stellt sicher, dass der Informationsaustausch zwischen den miteinander kommunizierenden Personen im Digitalfunk BOS von Endgerät zu Endgerät verschlüsselt stattfindet. Dadurch wird sowohl das Abhören des Funkverkehrs, als auch die Manipulation von Daten durch Dritte verhindert.

Zur Umsetzung der Verschlüsselung verfügen alle Funkteilnehmenden über eine BOS-Sicherheitskarte in ihren Endgeräten und jede Leitstelle über eine oder mehrere so genannte Mehrkanalkryptokomponenten (MKK). Die BOS-Sicherheitskarten werden vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zur Verfügung gestellt. Darauf sind unter anderem die Netzzugangsberechtigung und die Teilnehmeradresse abgelegt.

Die BOS-Sicherheitskarten gleichen äußerlich den SIM-Karten im kommerziellen Mobilfunk und werden ebenso wie diese in die Endgeräte eingelegt. Jede BOS-Sicherheitskarte ist genau einer individuellen Teilnehmeradresse zugeordnet und dient der Autorisierung und damit der individuellen Zuordnung im BOS-Digitalfunknetz. Zudem ist die BOS-Sicherheitskarte Voraussetzung für die „Ende-zu-Ende-verschlüsselte“ Kommunikation im Digitalfunk BOS. Sie wird bei den Autorisierten Stellen der Länder beantragt.

Was ist bei Verlust eines Endgerätes oder der BOS-Sicherheitskarte zu tun?

Bei Verlust eines Endgerätes oder der BOS-Sicherheitskarte ist die Autorisierte Stelle (AS) des jeweiligen Landes oder des Bundes unverzüglich über das vorgesehene Meldeverfahren zu informieren. Dies sollte über die für den Einsatz zuständig Leitstelle des Teilnehmenden erfolgen. Auch bei Erkenntnissen über eine mögliche unberechtigte Nutzung des Digitalfunks BOS sollte die zuständige AS umgehend detailliert informiert werden. Hier werden alle weiteren Schritte eingeleitet.

Wie wird die Energieversorgung von Standorten des BOS-Digitalfunknetzes bei Eintritt eines Stromausfalles sichergestellt?

Eine grundsätzliche Forderung an den Digitalfunk BOS besteht darin, dass die Standorte auch bei einem Ausfall der elektrischen Energieversorgung weiter betrieben werden können.

Die Systemtechnik der Basisstationen wird über eine batteriegestützte unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) weiter betrieben. Grundsätzlich gewährleisten die Batterien beim Ausfall des Versorgungsnetzes einen Betrieb von mindestens zwei Stunden für die Systemtechnik. Wenn die Dauer eines Stromausfalles über die gewährleistete Überbrückungszeit der USV hinausgeht, kann bei Bedarf eine Netzersatzanlage (NEA), beispielsweise auf Basis von Brennstoffzellentechnologien oder Dieselgeneratoren, zur Stromversorgung angeschlossen werden. Jedes Land legt für seinen Verantwortungsbereich fest, auf welche Art die Versorgung der Basisstationen über die USV-Anlage hinaus sichergestellt wird und realisiert die Lösung im Rahmen ihrer Verantwortlichkeit.

Die Vermittlungsstellen im BOS-Digitalfunknetz besitzen redundante USV-Anlagen. Sie übernehmen bei einem Stromausfall die Last bis zum Anlaufen der ebenfalls redundant verfügbaren Netzersatzanlage. Die Netzersatzanlagen stellen mit dem vor Ort bevorrateten Treibstoff eine Notstromversorgung für die Dauer von mindestens 72 Stunden sicher.

Bund, Länder und BDBOS haben im Rahmen der sogenannten Netzhärtung beschlossen, die Notstromversorgung nach den Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) für das Digitalfunknetz weiter auszubauen. Dabei soll die Funkversorgung für Fahrzeugfunkgeräte (GAN 0) auch im Falle eines langandauernden Stromausfalls weiterhin für mindestens 72 Stunden gewährleistet bleiben. In weiten Flächen wird darüber hinaus die Funkversorgung zur Kommunikation per Handfunkgerät möglich sein.

Zum Teil werden für den Digitalfunk BOS noch Übertragungsstrecken bei kommerziellen Netzbetreibern angemietet. Mit den Providern müssen Vereinbarungen über die entsprechenden Mindestanforderungen an die Notstromversorgung getroffen werden. Außerdem sollen betreffende Leitungen im Zugangsnetz sukzessive durch eigene Infrastrukturen ersetzt werden. Dafür kommen Glasfasernetze oder Richtfunkanlagen als Lösungen in Betracht. Die Finanzierung der Netzhärtungsmaßnahmen erfolgt durch Bund und Länder. Die Gesamtkoordination liegt in der Verantwortung der BDBOS.

Wie funktioniert das Notfallmanagement im Digitalfunk BOS?

Die BDBOS sorgt für die Sicherheit und Verfügbarkeit der Kommunikation aller Funkteilnehmenden im Digitalfunk BOS. Für diesen Zweck hat sie eigens ein Notfallmanagementsystem Digitalfunk BOS etabliert. Die dafür notwendigen Maßnahmen und Vorgaben trifft die BDBOS in Abstimmung mit den zuständigen Behörden aus Bund und Ländern unter Einbeziehung wichtiger Partnerunternehmen.

Auch in einem Kommunikationsnetz, bei dessen Errichtung Aspekte der Verfügbarkeit eine wesentliche Rolle gespielt haben, kann es aufgrund seiner Komplexität gelegentlich zu Störungen kommen. Diese werden in der Regel durch Maßnahmen der Entstörung durch die Lagedienste im Digitalfunk BOS behoben, ohne dass es überhaupt zu Auswirkungen auf Seiten der Nutzer/-innen gekommen ist. Erst wenn die Entstörungsdienste an ihre Grenzen stoßen, greifen die Aufbauorganisation und Ablaufprozesse des Notfallmanagements Digitalfunk BOS.

Das Notfallmanagementsystem für den Digitalfunk BOS beschreibt Prozesse und Maßnahmen für die Prävention, Bewältigung und Nachbereitung von Notfällen. Ein Ausfall des Digitalfunks BOS könnte die Aufgabenerfüllung der BOS des Bundes und der Länder gefährden. Das Notfallmanagementsystem stellt deshalb sicher, dass ein Ausfall der Funkkommunikation verhindert beziehungsweise so schnell wie möglich behoben werden kann. Daher werden Kommunikationswege und Ansprechpersonen festgelegt, szenarienorientierte Handbücher und Notfallpläne bereitgestellt sowie Schulungen und Übungen durchgeführt. Im Ergebnis können Entscheidungen in Notfallsituationen schnell getroffen und zielführende Maßnahmen ergriffen werden. Mit der stetigen Anpassung des Notfallmanagementsystems an die sich verändernden Rahmenbedingungen gewährleisten Bund, Länder und BDBOS, dass die Sicherheit des Digitalfunks BOS dauerhaft auf einem höchstmöglichen Niveau liegt.

Endgeräte

Welche Endgeräte werden im BOS-Digitalfunknetz eingesetzt?

Im BOS-Digitalfunknetz sind mobile und ortsfeste Endgeräte im Einsatz. Mobile Endgeräte sind insbesondere Handsprechfunkgeräte (HRT) oder in Fahrzeuge eingebaute Funkgeräte (MRT) sowie aktive Alarmempfänger (APRT). Ortsfeste Endgeräte sind in der Regel fest eingebaute Funkgeräte (FRT), zum Beispiel in Polizeirevieren, Rettungswachen oder Leitstellen (SFLS oder Leitstellenbestandteil). Einsatzleitstellen arbeiten mit ortsfesten Endgeräten und steuern vorrangig die Einsätze der BOS.

Unter welchen Voraussetzungen können Endgeräte im Digitalfunk BOS eingesetzt werden?

Im Digitalfunk BOS werden Endgeräte von verschiedenen Herstellern genutzt. Um sicherzustellen, dass die Endgeräte mit allen Netzkomponenten und untereinander kompatibel sind, dürfen gemäß BDBOS-Gesetz nur solche verwendet werden, die von der BDBOS zertifiziert wurden.

Die BDBOS hat hierzu in Abstimmung mit Bund und Ländern in der so genannten „Interoperabilitätsrichtlinie“ Leistungsmerkmale definiert, die alle Endgeräte erfüllen müssen. Die Einhaltung dieser definierten Leistungsmerkmale wird durch ein entsprechendes Zertifikat bestätigt. Endgeräte müssen darüber hinaus im Digitalfunk BOS über die Autorisierten Stellen angemeldet werden. Auch die BOS-Sicherheitskarten für die Endgeräte werden über die Autorisierte Stelle bezogen. Die BOS-Sicherheitskarte ist ein wesentlicher Sicherheitsaspekt und stellt eine Grundvoraussetzung für die Inbetriebnahme des Endgerätes dar.

Wie verläuft die Zertifizierung von Endgeräten?

Voraussetzung für die Zertifizierung eines Endgeräts ist die erfolgreiche Interoperabilitätsprüfung (IOP-Prüfung) auf der Testplattform der BDBOS. Die Hersteller von Endgeräten können diese auf der Testplattform testen und damit die IOP-Prüfung vorbereiten.

Die Interoperabilitätsrichtlinie der BDBOS schreibt Art und Umfang der im Rahmen einer IOP-Prüfung durchzuführenden Testfälle für alle Leistungsmerkmale der Endgeräte vor. Beantragt und durchgeführt werden die IOP-Prüfungen von einer bzw. mehreren unabhängigen Prüfstellen auf der Testplattform der BDBOS in Berlin oder an anderen europäischen Standorten. Nach erfolgreicher IOP-Prüfung kann die Zertifizierung des Endgerätes bei der BDBOS durch den jeweiligen Hersteller beantragt werden.

Den aktuellen Stand der Zertifizierungen, weiterführende Informationen sowie die BDBOS-Zertifizierungsverordnung stehen auf der Internetseite der BDBOS, www.bdbos.bund.de, zur Verfügung. Dort sind auch die einzelnen Zertifikate mit einer Liste der nachgewiesenen Leistungsmerkmale und bei Leitstellen mit der Auflistung der Hardware- und Softwarekomponenten einzusehen.

Was verstehen die BOS aus operativ-taktischer Sicht unter einer Leitstelle?

Eine Leitstelle leitet den Einsatzbetrieb, indem sie Informationen entgegen nimmt, auswertet und die Einsatzkräfte über den Digitalfunk BOS koordiniert.

Im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge nehmen Leitstellen

  • zur medizinischen und technischen Rettung von Menschenleben,
  • zur Erhaltung bzw. Rettung bedeutender Sachwerte,
  • zur Brandbekämpfung,
  • für den Katastrophenschutz und
  • in Belangen öffentlicher Sicherheit und Ordnung

Notrufe entgegen und koordinieren den Einsatz von Rettungsdienst, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Polizei und anderen BOS. Sie sind rund um die Uhr (als 24/7 bezeichnet) erreichbar.

In Deutschland haben die Länder unterschiedliche Regelungen getroffen, wie sich Einsatzleitstellen organisieren. So gibt es beispielsweise „integrierte Leitstellen“, die sowohl die Einsätze der polizeilichen als auch der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr koordinieren.

Dienste

Welche Dienste können im Digitalfunk BOS genutzt werden?

Das Leistungsspektrum des Digitalfunks BOS umfasst die Verfügbarkeit verschiedener Dienste, welche für die Kommunikation der Nutzer/-innen von wesentlicher Bedeutung sind. Im Sinne einer einheitlichen Verfügbarkeit und Nutzung der Dienste führte die BDBOS Ende 2014 nachfolgende Basisdienste bundesweit einheitlich ein:

Gruppenkommunikation: Die Gruppenkommunikation kann pro Gruppe bundesweit oder innerhalb einer geographisch begrenzten Zone verwendet werden. Ein/e Teilnehmer/-in kann gleichzeitig mehreren Gruppen angehören. Die Gruppenkommunikation wird organisatorisch unterstützt durch entsprechende Werkzeuge zur Verwaltung der Gruppenmitgliedschaften.

Notrufdienst: Die Funktion ermöglicht, dass bei Betätigung der Notruftaste eines Funkendgeräts bestehende Gespräche ggf. unterbrochen werden und der Notruf Vorrang erhält. Zudem kann der/die Absender/-in des Notrufs durch die Übermittlung seiner GPS-Position geortet werden, welche beim Absetzen des Notrufs automatisch erfolgt.

Alarmierung: Unter Alarmierung wird der Versand einer kurzen Textnachricht oder einer numerischen Kennung an einzelne Alarmempfänger oder eine Alarmgruppe im BOS-Digitalfunknetz verstanden. So können Einsatzkräfte gezielt informiert werden.

Kurzdatendienst: Der Kurzdatendienst umfasst die Versendung von taktischen Statusmeldungen und Kurzdatennachrichten, ähnlich einer SMS bei einem Mobiltelefon. Diese können sowohl teilnehmerindividuell als auch gruppenadressiert versendet werden.

GPS-basierte Fahrzeug- und Personenortung: Der Dienst ermöglicht es Funkendgeräten, ihre Position zeit- oder distanzinitiiert zu übermitteln. Bei Notrufen werden diese Ortsberichte zudem automatisch und entsprechend den Vorgaben versendet.

Verschlüsselung: Dieser Dienst umfasst die sichere „Ende-zu-Ende-“ und Luftschnittstellenverschlüsselung von Gruppenrufen sowie Text- und Alarmierungsnachrichten durch das BOS-Kryptosystem.

Grundsätzlich stehen alle Dienste den Einsatzkräften bundesweit einheitlich in einer „Startkonfiguration“ zur Verfügung. In enger Abstimmung mit den Bedarfsträgern werden fortlaufend Vorgaben für die einheitliche Nutzung und bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Dienste erarbeitet. Hierzu zählen beispielsweise die Gruppenkommunikation, der Versand von Status- und Kurzdatennachrichten, der Notruf oder Vereinbarungen zur Bevorrechtigung von Diensten.

Inwieweit wird mit dem Digitalfunk BOS auch die Alarmierung möglich sein?

Die Alarmierung dient dem Zusammenrufen von Einsatzkräften durch die Leitstelle. Die Einsatzkräfte erhalten dabei eine kurze Textnachricht oder eine numerische Kennung auf ihr Endgerät. Die Benachrichtigung kann sowohl an einzelne Alarmempfänger, als auch an eine Empfängergruppe verschickt werden.

Im Digitalfunk BOS ist die aktive Alarmierung vorgesehen. Das bedeutet, dass über die jeweiligen Alarmempfänger eine Rückmeldung gegeben werden kann. Die alarmierende Einsatzleitstelle kann dadurch nachvollziehen, welche und wie viele Einsatzkräfte erreicht werden konnten und wer für den Einsatz zur Verfügung steht. Dies ermöglicht eine effizientere Disposition und Alarmierung von Einsatzkräften.

Über den Einsatz des Dienstes „Alarmierung“ im Digitalfunk BOS entscheiden das jeweilige Land und der Bund für die unterstellten BOS. Die BDBOS stellt sicher, dass die Systemtechnik netzseitig die Alarmierung unterstützt. Derzeit wird mit dem Freistaat Bayern und dem Land Hessen an der einheitlichen Nutzung des Dienstes „Alarmierung“ über den Digitalfunk BOS gearbeitet.

Werkzeuge des Betriebs

Was ist das Nutzereigene Management?

Die Steuerung der Kommunikationsrechte aller Funkteilnehmer im BOS-Digitalfunknetz erfolgt durch ein spezielles Werkzeug, das Nutzereigene Management (NEM). Im NEM werden sämtliche Funkteilnehmer, Endgeräte, Rufgruppen und Leitstellen verwaltet. Das NEM ermöglicht eine lageangepasste und teilnehmerindividuelle Administration im Digitalfunk BOS. Es steht den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben in unterschiedlichen Ausprägungen zur Verfügung. Dies ermöglicht eine eigenverantwortliche Verwaltung von Einsatzkräften und Rufgruppen gemäß den jeweiligen Bedarfen und entsprechend der jeweiligen Rechte. Durch das NEM-Werkzeug ist es möglich, auch große Datenmengen einfach und effizient einzubringen und zu verwalten. Dies ist beispielsweise bei der Beschaffung einer hohen Stückzahl von Endgeräten oder bei der Veränderung von Berechtigungen für viele Funkteilnehmer/-innen notwendig.

Das NEM-Werkzeug wurde in einer Basisversion in Betrieb genommen und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Hierbei werden sowohl die Weiterentwicklung des Digitalfunks BOS als auch die Erfahrungen der Nutzer/innen berücksichtigt. Die Systemanwendung NEM wurde bereits in der Konzeption so ausgelegt, dass entsprechende Erweiterungen, wie die Einführung neuer Dienste, unterstützt werden.

Was ist das Echtzeitmonitoring?

Das Echtzeitmonitoring (EZM) wurde im Dezember 2016 offiziell eingeführt. Es unterstützt den operativ-taktischen Betrieb des BOS-Digitalfunknetzes sowie die Autorisierten Stellen (AS) der Länder und des Bundes, indem es eine Übersicht über die genutzten und freien Kapazitäten während eines Einsatzes gibt. In Form von Übersichtskarten, Tabellen, Trend-Diagrammen und Berichten bildet es den aktuellen Status des Netzes ab. Damit gibt das System einen genauen Überblick über die Ressourcenzuteilung und die Kanalkapazitäten und zeigt die Auslastung einzelner Basisstationen in den Beobachtungsbereichen an. Potentielle Überlastungssituationen an einzelnen Basisstationen, insbesondere bei erhöhtem Kommunikationsaufkommen, können so schnell erkannt und durch das Einleiten entsprechender Maßnahmen verhindert werden.

Eine detaillierte Rechtevergabe stellt sicher, dass nur die für den jeweiligen Einsatz relevanten Informationen sichtbar sind. Der Zugriff der Autorisierten Stellen auf das EZM erfolgt browserbasiert.

Welche Möglichkeiten zur Nutzerverwaltung haben die Leitstellen der BOS über die NEM-API-Schnittstelle?

Das NEM-API (Application-Programming-Interface) ist eine Schnittstelle zum NEM. Mit der NEM-API erhalten länderspezifische Anwendungen, wie z.B. Leitstellenapplikationen, die Möglichkeit, auf bestimmte Funktionen des NEM zuzugreifen. Die Leitstellen können dadurch einsatztaktische Konfigurationen und Optimierungen vornehmen. So können die Disponenten/Disponentinnen beispielsweise einzelne Endgeräte über das NEM-API sperren, wenn es zum Verlust oder Diebstahl kam. Zudem besteht die Möglichkeit, Rufgruppengebiete ad hoc zu erweitern.

Das NEM-API steht seit Januar 2017 bundesweit zur Nutzung im BOS-Digitalfunknetz zur Verfügung.